Historisches Sachsen
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Beschreibung
Der Prinz und spätere sächsische Kurfürst Johann Georg III. bewies Sinn für Natur und Stil, als er 1676 den Entschluss fasste, in einiger Entfernung von der Residenzstadt Dresden - außerhalb der engen Stadtmauern - einen kurfürstlichen Park anzulegen. So wurden Flurstücke zwischen Gruna, Strehlen und der Pirnaischen Vorstadt angekauft und die Freifläche gärtnerisch gestaltet.
Bereits der erste Gartenplan sah als Mittelpunkt ein Palais vor, das dem wettinischen Hof und der höfischen Gesellschaft als Stätte für Spiele, Theater und Jagdessen dienen sollte. Das Palais war als reiner Sommerbau gedacht und kam ganz ohne Wohnräume aus. Es besteht aus zwei großen Sälen und mit ihnen verbundene Räume. Der Hof lud in das reich mit Skulpturen geschmückte Bauwerk zu sommerlichen Vergnügungen ein.
Schon Kurfürst Johann Georg II. war für seine prächtigen Hoffeste bekannt. Sein Sohn stand ihm in nichts nach. Man leistete sich teure Musiker und Kapellmeister. Opern, Komödien und Ballette markierten feste Termine im höfischen Kalender. Dabei dienten die Veranstaltungen nicht nur der Erbauung der Gäste, sondern waren zugleich Mittel fürstlicher Repräsentation.
Das Palais ist in einem H-förmigen Grundriss mit Mitteltrakt und seitlichen Flügeln ausgeführt. Dieses imponierende Gebäude, 1678-83 von Johann Georg Starcke als eine Mischung aus deutschem Lusthaus, italienischer Villa und französischem Schloss errichtet, ist eines der ersten Bauwerke des sächsischen Barocks. Als Zugang dient eine repräsentative zweiläufige Freitreppe links und rechts vom Mittelrisalit. Umfangreicher Bilderschmuck zierte früher die Innenräume. Im Erdgeschoss befindet sich eine durch Pfeiler unterteilte Halle. Über ihr liegt der Hauptsaal mit seiner ehemals verschwenderischen Pracht an Stuckelementen, Stoffbahnen und Putten.
Leider ist von dieser Ausstattung nichts mehr zu sehen. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges brannte das Palais vollständig aus. Der Wiederaufbau, der sich seit vielen Jahren hinzieht, ist noch immer nicht abgeschlossen. Dennoch wird das Palais heute bereits für Ausstellungen und Konzerte genutzt.
Die Schönheit des Palais unterstreicht die reiche Blumenpracht des umgebenden Großen Gartens. Auf der Ostseite erstreckt sich vor dem Palais ein großes Wasserbecken, die Westseite schmückte einst ein Broderieparterre. Das Palais war ursprünglich von acht Kavalierhäuschen, 1694 vermutlich ebenfalls von Starcke erbaut, gefasst. Sechs sind wiederhergestellt.
Die erste Gartenplanung von Martin Göttler veränderte ab 1683 Johann Friedrich Karcher stark. Erst um 1718 erhielt der Garten seine endgültige Gestalt. Nach höfischem Verständnis musste der Park dem Schloss zu Füßen liegen.
Den ursprünglich im Stil der Renaissance konzipierte Garten mit schnurgeraden Alleen beeinflussten in den folgenden Jahrhunderten weitere Landschaftsarchitekten. So findet man heute - neben einem barocken Lustgarten in französischer Manier, in dessen Mitte das "Palais im Großen Garten" steht - einen Landschaftspark im englischen Stil vor. Im südlichen Bereich entstanden 1861 der Zoologische Garten und 1889-92 der Botanische Garten.
Beachtung verdienen auch die zahlreichen barocken Gartenplastiken, die namhafte Bildhauer beisteuerten. Der Mosaikbrunnen von Hans Poelzig entstand 1926.
In Dresdens größter, schönster und ältester Parkanlage gibt es Wege von 34 km Länge. Wer den Garten nicht zu Fuß durchlaufen möchte, kann die Parkeisenbahn mit 5,6 km Streckenlänge nutzen.
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Bildergalerie
Palais
Palais
Im Palais
Deckenmedaillon im Palais
Im Großen Garten
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Stand: 01.11.2009