Historisches Sachsen
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Beschreibung
Kohren-Sahlis, nordöstlich von Altenburg, gehört zu den traditionsreichen Töpferorten im Osten Deutschlands. Auf das traditionelle Handwerk macht der kunstvolle Töpferbrunnen (1928) von Kurt Feuerriegel auf dem Marktplatz aufmerksam.
Von der im 10. Jahrhundert durch König Heinrich I. gegründeten und im Stadtwappen dargestellten Burg Chorun ragen nur noch zwei mächtige romanische Rundtürme und ein paar Mauern zwischen den Bäumen hervor. Obwohl das mittelalterliche Burgbild heute nicht mehr rekonstruiert werden kann, da die Burg 1220 Zerstörungen zum Opfer fiel und die Ruinenreste der heutigen Zeit aus dem 13. Jahrhundert stammen, lassen sich dennoch einige wesentliche Merkmale beschreiben.
Auf einem ovalen, etwa 100 m langen Grundriss über der Stadt erstreckte sich die einstmals aus drei Kernen bestehende Anlage. Im nordöstlichen und südwestlichen Abschnitt standen jeweils die markanten Türme, die durch heute nicht mehr sichtbare Gräben voneinander getrennt waren. Ein weiterer Graben schützte die Angriffsseite im Nordosten.
Mit dem 12. Jahrhundert steht die Geschichtsschreibung auf gesichertem Boden. Im Zuge der deutschen Ostexpansion erschienen 1190 die edelfreien Herren von Kohren als reichsfreie Eigentümer der Burg. Sie konnten ihre relativ eigenständige Stellung zwischen dem Reichsland Pleißen im Nordwesten und der Mark Meißen im Südosten über viele Jahre bewahren.
Doch ihr Ende kam, als sie 1216 Partei für die Stadt Leipzig bei deren Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft mit Markgraf Dietrich von Meißen nahmen. Nachdem Leipzig und die verbündete Pleißenländische Reichsritterschaft unterlagen, verfügte Dietrich 1220 die Zerstörung der Burg Kohren.
1240 war die Burg trotz Verbots aber schon wieder aufgebaut. Dabei bezog man auch den Ostteil des Plateaus ein. Die heute sichtbare Bausubstanz stammt aus dieser Bauetappe und wird geprägt von den beiden Türmen, die im zeitlichen Abstand von etwa 50 Jahren nacheinander entstanden. Am südwestlichen Turm ist noch ein gut erhaltener Zinnenkranz erkennbar.
Anfang des 14. Jahrhunderts war die reichsunmittelbare Herrschaft der Herren von Kohren beendet. Eigentümer der Burg wurden in der Folgezeit verschiedene Geschlechter, wie die von Schönburg, Leisnig oder Plauen. Unter der Herrschaft der Burggrafen von Leisnig sank die Bedeutung der Burg Kohren weiter herab. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts verlegten die Herren von Einsiedel schließlich ihren Wohnsitz nach Gnandstein. Die Burg Kohren gaben sie auf und nutzten sie zur Baustoffgewinnung.
Von der einstigen Anlage blieben die beiden Burgtürme und Mauerreste erhalten. Die Türme besitzen einen Durchmesser von 10,5 Metern und haben eine Wandstärke von bis zu vier Metern.
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Bildergalerie
Burgruine Kohren
Süd-West-Turm
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Stand: 01.11.2009