Historisches Sachsen
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Beschreibung
Von der Ruine des Benediktinerinnenkloster "Zum Heiligen Kreuz" aus dem 13. Jahrhundert in Meißen sind nur noch Teile der Haupt- und der südlichen Nebenapsis sowie die Nordwände vom Chor und Hauptschiff der Kirche und der Ostflügel der Klausur mit dem Kapitelsaal erhalten.
Die Gründung eines Klosters, welches dem heiligen Kreuz geweiht wurde, nahe der Wasserburg zu Meißen geht bereits auf das Jahr 1197 durch Markgraf Dietrich den Bedrängten zurück. 20 Jahre später, am 14. September 1217, wurde der Nonnenkonvent von der Wasserburg an den heutigen Standort verlegt. Reger Baubetrieb herrschte in der sonst so stillen Elbaue. Hölzerne Kähne und Flöße trieben im Strome mit ihrer wertvollen Fracht dem neuen Bauplatz zu. Steinmetze nahmen den oberhalb von Pirna gebrochenen Sandstein in Empfang. Es muss ein munteres Treiben gewesen sein, dass schließlich zur vermuteten Fertigstellung um 1221/22 führte, während der Bau der Klosterkirche noch bis zum Jahre 1241 andauerte.
In der ehemaligen Kapelle mit flacher Apsis-Nische für den Altar sind heute noch Balkenlöcher einer Holzdecke zu sehen. Neben der Apsis führte eine Treppenanlage zum Obergeschoss. Eine zisterziensische Besonderheit stellt die Dormitoriumstreppe dar: Über dieses Treppenhaus betraten die Nonnen, von den im Obergeschoss liegenden Schlafräumen (Dormitorium) kommend, die Kirche zum ritualen Nachtgottesdienst.
Neben bedeutenden Stiftungen wurde das Kloster auch mit Zinsrechten ausgestattet. Dennoch verringerte sich der Klosterbesitz in den nachfolgenden Jahren durch Repressalien der fürstlichen Vögte und Schicksalsschläge. Bereits 1312 mussten wegen der großen Schuldenlast erste Besitzungen verkauft werden. Die Pest, Hungersnöte und Hussiteneinfälle im 15. Jahrhundert setzten dem Kloster erneut zu. Nach der Sequestration im Jahre 1540 ordnete Kurfürst August 1568 die Auflösung des Klosters an. Die Vorwerke wurden verkauft; das Klostergut wurde Vorwerk der Fürsten- und Landesschule von "St. Afra".
Schwere Schäden hinterließen der Dreißigjährige und der Siebenjährige Krieg. Auch in den folgenden Jahren wurden die Klostergebäude weiter geschädigt und zur Baumaterialgewinnung genutzt.
Anfang des 19. Jahrhunderst diente die Klosterruine dem Maler der Romantik Caspar David Friedrich u.a. als Motiv. Sicherungsarbeiten im 19. Jahrhundert und Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter Leitung von Prof. Rauda rückten die Ruine wieder in das Licht der Öffentlichkeit. Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass 1955 Teile des Nordflügels abgerissen wurden. Erst die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts ließen die Ruine in der jetzigen Ansicht entstehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters befindet sich heute der Sitz des Vereins "Meißner Hahnemannzentrum e.V.", der neben seiner Arbeit um das geistige Erbe von Dr. Samuel Hahnemann - dem Begründer der klassischen Homöopathie - auch die Ruinenanlage pflegt.
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Klosterruine "Zum Heiligen Kreuz"
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Stand: 27.05.2012