Historisches Sachsen
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Beschreibung
Am Rande der Stadt Chemnitz steht die Burg Rabenstein, eine der kleinsten noch erhaltenen mittelalterlichen Burgen Sachsens. Die unregelmäßige Anlage auf einem ovalen Grundriss lag einst an der alten Straße Chemnitz - Altenburg und ist durch einen Wassergraben geschützt.
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts entstand im Gebiet des Reichsterritoriums Pleißenland im Zuge der Besiedlung des Erzgebirgsvorlandes und des Erzgebirges die Herrschaft Rabenstein. In Altenburg, dem politischen Mittelpunkt des Pleißenlandes, ist schon seit etwa 1064/65 ein Königshof nachweisbar, der hohe Leistungen für die königliche Hofhaltung aufzubringen hatte. Als Gründer der Burg um 1170 wird Hugo von Wartha angenommen, wobei der urkundliche Befund dies nicht bestätigt.
Die erste schriftliche Erwähnung des Namens Rabenstein setzt mit dem Jahre 1301 ein. In einer Zinsurkunde vom 21. September bestätigt ein Unarg von Waldenburg des St.-Marien-Klosters zu Altenburg entsprechende Abgaben. Im Jahre 1331 befand sich "der Rabenstein" wahrscheinlich weiterhin im Besitz der Waldenburger. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Burg und Herrschaft im Jahre 1375 durch Johann von Waldenburg und seine Söhne an das Kloster zu Chemnitz kam es 1386 zur sogenannten Rabensteiner Fehde, ausgelöst durch die gewaltsame Inbesitznahme durch den Schwiegersohn des Waldenburgers, Albrecht von Leisnig. Albrecht fühlte sich durch den Verkauf benachteiligt und entriss dem Kloster Burg und Herrschaft mit Gewalt. Das Ziel der Aneignung, den Verkauf von Burg und Herrschaft rückgängig zu machen, erreichte er jedoch nicht. Die Burg, vor 1483 durch einen Brand zerstört und vermutlich unter Abt Caspar von Meckau teilweise wiederhergestellt, verfiel nach der Aufhebung des Klosters.
Aus der "Gasse zum Rabenstein", die sich unmittelbar an der Burg befand, entstand die spätere Gemeinde Oberrabenstein, während sich im Waldhufendorf Stein vor 1548 die Familie von Carlowitz niederließ, Bauerngüter erwarb und so das Rittergut Niederrabenstein errichtete. 1619 erwarb Hans Georg von Carlowitz das Vorwerk mit der Burg und die Rabensteiner Gasse als Rittergut Oberrabenstein, durch Erbfall gleichzeitig das Rittergut Niederrabenstein. Bis 1774 verblieben Burg und Rittergut Oberrabenstein im Besitz des Geschlechts, während das Rittergut Niederrabenstein seit 1686 verschiedenen Besitzern gehörte.
Mit dem Jahre 1774 gingen Burg und Rittergut Oberrabenstein in bürgerlichen Besitz über. Der Chemnitzer Kaufmann Johann Georg Siegert ließ die Unterburg abreißen, Wirtschaftsgebäude errichten, die Burganlage renovieren sowie um 1776 das benachbarte Herrenhaus erbauen. Nach verschiedenen Besitzerwechseln verfiel die Burg jedoch immer mehr und musste 1942 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Im Anschluss an umfangreiche Baumaßnahmen richtete man 1959 in der Burg ein Museum ein, in dem sich die Besucher mit der langen Geschichte der Burg vertraut machen können.
Die unregelmäßige Anlage der Burg Rabenstein bestand ursprünglich aus Unter- und Oberburg; letztere bildete den ältesten Kern. Nur der Bergfried und der zweigeschossige Ostflügel sind erhalten geblieben. Ober- und Unterburg waren nur im Norden und Süden von einem Wassergraben umgeben. An den Wassergraben schloss sich eine 1,50 m starke Ringmauer an, die dem Schutz der gesamten Anlage diente. Im Süden war eine größere Gebäudegruppe mit dem sogenannten Torhaus nach der Grabenseite hin vorgelagert.
Nur wenige Schritte neben der Burg Rabenstein erhebt sich auf rechteckigem Grundriss das Herrenhaus von 1776. Matthée Paul Herfurth führte 1903 einen Umbau im neubarocken Stil durch. Das zweistöckige Gebäude mit elf Fensterachsen und Mansarddach betonen ein Mittelrisalit mit dem Haupteingang und ein geschweifter Giebel. Bekrönt wird das Herrenhaus durch einen eindrucksvollen Turm.
Vom ehemaligen Gutshof ist heute nichts mehr zu sehen. Die Wirtschaftsgebäude trug man nach 1945 zur Baustoffgewinnung ab. Erhalten hat sich nur noch der Landschaftspark um Burg und Schloss.
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Bildergalerie
Burg Rabenstein
Wandmalerei
Herrenhaus Oberrabenstein
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Stand: 25.04.2015