Historisches Sachsen
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Buch "Schlösser & Burgen in Sachsen"   Buch "Burgenwanderung durch Sachsen"
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Beschreibung
Das ehemalige Residenzschloss der sächsischen Kurfürsten, der Wettiner, ist ein Sinnbild der sächsischen Geschichte und zeugt von ihrer wechselvollen Vergangenheit. Viele Generationen haben hier Macht ausgeübt, bis König Friedrich August III. am 10. November 1918 abdankte. Mit ihm endete die Herrschaft des Hauses Wettin.
Archäologische Forschungen seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts haben zwar neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebracht, dennoch gibt es Unklarheiten zur Burgensituation in Dresden. Immer wieder wurde der Herrschaftssitz verändert, um den fürstlichen Machtanspruch auch durch die Schlossarchitektur zu repräsentieren.
Bereits vor der Errichtung der Burg Dresden lag zwischen Neustädter Markt und Japanischem Palais eine altslawische Siedlung, die ihre regionale Bedeutung aus einem Flussübergang bezog. Im 11. Jahrhundert stand die gesamte Landschaft unter der Herrschaft des Königs und der von ihm eingesetzten Burggrafen von Dohna. Obwohl der Machtbereich der Wettiner sich immer mehr in östliche Richtung verschob, setzte ihr Einfluss erst in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts ein.
Mit dem ausgehenden 12. Jahrhundert gewann die Siedlung stärker an Bedeutung. So bauten um etwa 1180 die Markgrafen von Meißen eine Burg, die mit einer Urkundenausstellung im 12. Jahrhundert in die schriftlichen Überlieferungen eintrat. Angenommen wird, dass die Wehranlage in einer erste Phase aus einem rechteckigen Innenhof bestand, den vier quadratischen Türmen begrenzten, und einen Palas sowie eine von außen heizbare Kemenate als repräsentatives Bauwerk besaß.
Mit der Dohnaischen Fehde 1402 wurde auch in Dresden die Position der Donins gebrochen. Markgraf Wilhelm nutzte die Gelegenheit und ließ die Burg umgestalten. Nachdem Dresden 1485 zur festen Residenz der Albertiner avancierte, erfolgte in Etappen der Umbau der mittelalterlichen Burg zu einem Schloss im Renaissancestil.
Viele namhafte Baumeister haben vom 12. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das historisch vielfältigste und reichste Baudenkmal Sachsens geschaffen.
Seit 1530-35 erhebt sich über die Verbindung Schlossstraße - Elbbrücke der Georgenbau (Georgentor), benannt nach Herzog Georg dem Bärtigen.
In die entscheidende Phase trat der Schlossbau jedoch unter Moritz und seinem Architekten Caspar Voigt von Wierandt. Moritz hatte gerade die Kurwürde errungen und wollte seine Macht mit dem Residenzschloss auch sichtbar zum Ausdruck bringen. Der Schlosshof wurde erheblich erweitert, so dass der Hausmannsturm nunmehr in der Mitte des Elbflügels stand. Italienische Künstler gestalteten die Schlossfassaden in Sgraffitotechnik. Die letzten baulichen Veränderungen erfolgten zwischen 1889 und 1901.
In der Nacht des 13. Februar 1945 fiel das Residenzschloss den Bomben angloamerikanischer Angriffe zum Opfer. 1986 begann der umfassende Wiederaufbau, der bis zum heutigen Tage noch nicht abgeschlossen ist.
Zuletzt zeigte sich das Schloss in dem umgestalteten Zustand der Bauzeit von 1883-1901. Der Schlosshof war besonders durch vier Treppentürme in den Ecken sowie einen viergeschossigen Arkadengang vor dem großen Schlossturm geprägt.
Überragt wird das Schloss vom Hausmannsturm, von dem man einen interessanten Überblick über die Altstadt hat. Der 100 m hohe Hausmannsturm wurde so rekonstruiert, wie ihn Wolf Caspar von Klengel 1674-76 schuf.
Zwischen Georgentor und dem Johanneum befindet sich der Stallhof, ein Turnierhof mit Ringstechbahn, Pferdetränke und -schwemme, der im Zeitalter der Renaissance als Turnier- und Festspielplatz diente. Verbunden werden das Georgentor und das Johanneum durch den Langen Gang, der mit den Resten der gegenüberliegenden alten Stallmauer den Stallhof umgrenzt. Den Langen Gang mit seinen 22 toskanischen Rundbogenarkaden errichtete Paul Buchner 1586-92. Die Wappen zwischen den Bögen beziehen sich auf die wettinischen Besitzungen.
Das 1586-91 erbaute eigentliche Stallgebäude hat so durchgreifende bauliche Veränderungen erfahren, dass nur die beiden Seitenportale an den einst berühmten Renaissancebau Paul Buchners erinnern. August der Starke ließ 1722 das Stallgebäude als Gemäldemagazin herrichten, um Raum für seine umfangreichen Neuerwerbungen zu schaffen. 1744-46 erfolgte der Umbau zur Gemäldegalerie. Johann Christoph Knöffel vereinte die beiden oberen Geschosse und versah sie der besseren Lichtverhältnisse wegen mit Rundbogenfenstern. Da die Gemäldeausstellung 1856 in die neue Sempergalerie umzog, baute Karl Moritz Haenel das Stallgebäude 1872-76 um, benannte es feierlich nach dem regierenden König Johann als "Johanneum" und stellte es dem Historischen Museum für seine Exponate zur Verfügung.
Nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude bis 1968 wieder hergestellt und vermittelt als Verkehrsmuseum einen ausführlichen Überblick über die historische Entwicklung und die Perspektiven aller Verkehrszweige. Das 1956 gegründete Verkehrsmuseum verfügt heute über mehr als 8.000 Sachzeugen zur Verkehrsgeschichte, wobei das traditionsreiche sächsische Eisenbahnwesen einen Schwerpunkt darstellt.
Auf der Rückseite des Langen Ganges befindet sich der 102 m lange Fürstenzug. Die vom Akademieprofessor Wilhelm Walther 1870-76 in Sgraffitotechnik geschaffene Ahnengalerie der Wettiner musste wegen der Verwitterung 1906 auf 25.000 Meißner Porzellanplatten übertragen werden. Der Fürstenzug gilt als das größte Porzellanbild der Welt. Auf 957 m² sind insgesamt 93 Personen, darunter 35 Markgrafen, Kurfürsten und Könige zu sehen. Nur der 1918 gestürzte Friedrich August III. fehlt.
Das Residenzschloss, das mehr als jedes andere Bauwerk sächsische Geschichte erlebbar macht, wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis zur 800-Jahr-Feier Dresdens im Jahr 2006 wieder aufgebaut. Es ist Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen.
Als eine der reichsten Schatzkammern Europas genießt das "Grüne Gewölbe" Weltruf. Im "Grünen Gewölbe" ist die Pracht der Kunstwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen, Elfenbein, Bronze und Bernstein in ganz eigener Weise erlebbar. Seit September 2004 präsentiert das "Neue Grüne Gewölbe" über 1.000 Exponate von der Renaissance bis zum Klassizismus. Mit der Wiedereröffnung des "Historischen Grünen Gewölbes" im September 2006 kehrte auch der zweite Teil der berühmten Sammlung der wettinischen Fürsten vollständig in das Dresdner Residenzschloss zurück.
Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des neuen Riesensaales im Februar 2013. Der Riesensaal entstand zwischen 1548 und 1553 und ging aus dem ehemaligen "Dantzsall" des späten 15. Jahrhunderts hervor. Sein Name erinnert an die damals auf den Pfeilern zwischen den Fenstern aufgemalten "Riesen". August der Starke nutzte den Saal für seine prunkvollen höfischen Feste und Maskenbälle. 1733 gab August III. den Festsaal auf und ließ kleinere Räumlichkeiten und eine Kapelle für die Königin einrichten. Heute werden im 57 x 13 Meter großen Riesensaal kostbare Prunkwaffen, Harnische und Kostüme aus der Rüstkammer präsentiert.
Das Kupferstichkabinett, eines der bedeutendsten Kunstmuseen für Zeichnungen, druckgraphische Werke und Fotografien in der Welt, umfasst mehr als 500.000 Werke aus acht Jahrhunderten von mehr als 11.000 Künstlern.
Das Münzkabinett beinhaltet rund 300.000 Münzen, Medaillen, Orden, Ehrenzeichen, Banknoten, historische Wertpapiere, Modelle, Petschafte, Münz- und Medaillenstempel sowie münztechnische Geräte von der Antike bis zur Gegenwart. In den Sommermonaten werden Sonderausstellungen im Hausmannsturm gezeigt.

Elbraddampfer
Unweit des Residenzschlosses, unterhalb der Brühlschen Terrasse, befinden sich die Anlegestellen der Elbraddampfer, der ältesten und größten Raddampferflotte der Welt. Von hier aus verkehren acht historischen Raddampfer und zwei Salonschiffe elbaufwärts in den Nationalpark Sächsische Schweiz, nach Pillnitz und Königstein sowie elbabwärts nach Meißen.

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Bildergalerie
Residenzschloss
Stallhof, Langer Gang
Fürstenzug
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Stand: 20.02.2015