Historisches Sachsen
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Das Elbtal bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten für die interessierten Besucher der sächsischen Schlösser und Burgen. Die Tour lässt sich sowohl mit dem eigenen PKW als auch mit dem Fahrrad unternehmen, denn parallel zum Elbufer schlängelt sich ein Radweg bis hinein in das Stadtzentrum von Dresden.

Festung Königstein


Ausgangspunkt der Reise ist die Festung Königstein, die leicht mit der S-Bahn von Dresden aus zu erreichen ist. Fahren Sie mit dem Auto, kann dieses aber auch auf dem kostenpflichtigen Parkplatz an der Zufahrt zur Festung abgestellt werden.

Die große Schleife der Elbe, die der Strom an dieser Stelle in seinem Lauf von der Quelle bis zur Nordsee formt, wird von zwei für das Elbsandsteingebirge typischen Bergen überragt, dem Lilienstein und dem Königstein.
Inmitten dieser malerischen Felslandschaft der Sächsischen Schweiz erhebt sich an den Ufern der Elbe der 360 m hohe Sandsteintafelberg mit den trutzigen Mauern der Festung Königstein.
Schon vor über 700 Jahren hatten Menschen begonnen, den "Stayn" zu befestigen. Was lag auch näher, als den hoch über dem Fluss liegenden Felsen zu einem natürlichen Wächter der umliegenden Ebenheit und des Stromes auszubauen? So existierte bereits im Mittelalter eine Burganlage, die ebenso wie das umliegende Land dem böhmischen König gehörte. Die Kernburg stand auf einem Felsplateau, dass an drei Seiten steil abfällt. Als Annäherungshindernis schlägelte man eine vorhandene Schlucht aus. Heute ist der mittelalterliche Burgkern von der Georgenburg überbaut.
Ursprünglich um 1200 errichtet, wurde die Burg im Jahre 1241 erstmals urkundlich genannt, als der böhmische König Wenzel "in lapide regis" - auf dem Stein des Königs - signierte und Herrschaftsfragen im Gebiet der Oberlausitz regelte. 1289 erwähnte eine königlich-böhmische Urkunde einen Burggrafen Ramuoldus de Nimans.
Welchen Rang der Königstein bereits im 14. Jahrhundert hatte, beweist der mehrtägige Aufenthalt Kaisers Karl IV. 1359 auf der Burg. Obwohl der Königstein eine große strategische Bedeutung für die böhmischen Könige gehabt haben muss und zu dieser Zeit für einen Kaiseraufenthalt entsprechend ausgebaut und stark befestigt war, erlitt die Burg doch das Schicksal vieler böhmischer Anlagen. Geldnöte zwangen König Wenzel IV. den Königstein an die mächtigen Donins zu verpfänden. So ergab sich nach der Dohnaischen Fehde, in der Burggraf Jeschke von Dohna auf den Königstein flüchtete, für die Wettiner 1406 die Gelegenheit, den Königstein zu belagern und im Vertrag von Eger 1459 endgültig in ihren Besitz zu bringen.
Die Wettiner verfügten aber schon über die Festung Sonnenstein in Pirna. So wandelte Herzog Georg der Bärtige den vernachlässigten Königstein in ein Kloster, das jedoch im Zuge der Reformation bald wieder aufgelöst wurde. Schließlich befahl der sächsische Kurfürst Christian I. 1589 den Ausbau zur Landesfestung.
In den folgenden Jahrhunderten brachte man die Verteidigungsanlagen immer wieder auf den neuesten Stand, so dass kein Feind jemals wagte, die Festung anzugreifen. Ende des 16. Jahrhunderts errichteten die Wettiner im Zusammenhang mit dem Bau des Wallganges und der Brustwehr drei Türme, die der Beobachtung des Vorgeländes und dem Beschuss der Flanken der Festung dienten. Zur selben Zeit wurden an der Brustwehr vier weitere Türme gebaut, von denen heute u.a. noch der Seigerturm erhalten ist.
Viele bedeutende Baumeister haben an den Anlagen gewirkt: Paul Buchner, Hans Irmisch und Generalleutnant de Bodt ebenso wie Klengel und Pöppelmann. Aufgrund der militärischen Uneinnehmbarkeit des Königsteins suchten die sächsischen Kurfürsten und Könige in unruhigen Zeiten Zuflucht und bewahrten hier Kunstschätze und den Staatsschatz auf. Nach Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert war der Königstein die stärkste Befestigungsanlage ihrer Art in Deutschland, wenngleich ihre strategische Bedeutung jedoch nur gering war.
Darüber hinaus war der Königstein wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage schon früh ein beliebtes Ausflugsziel des Hofes. Zu den bekanntesten Gästen zählten Zar Peter I. sowie die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Auch Napoleon inspizierte die sächsische Festung.
Die 9,5 Hektar große Festungsanlage ist ca. 550 m lang und bis zu 350 m breit. Drei Zugbrücken dienten seit 1589 zur Sicherung des einzigen Zufahrtsweges zum Festungsplateau. Über dem großen Eingangstor zeigt sich das kursächsisch-polnische Wappen mit den gekreuzten Kurschwertern.
Die 30 Gebäude aus acht Jahrhunderten erinnern an eine kleine Garnisons- und Festungsstadt. Alles, was für eine längere Überlebenszeit notwendig war, besaß die Festung: Brunnen und Kirche, Lazarett und Kaserne, Zeughaus und Weinkeller. Die Leiden der Soldaten, die ihren Militärdienst unter kärglichen Bedingungen ableisten mussten, können wir heute kaum noch erahnen. Doch können wir uns vorstellen, wie sie durch die Schießscharten lugten und nach dem Feind Ausschau hielten, wie ihre Frauen vor den Kasernen schwatzten und die Kinder umhertollten.
So haben zahlreiche Unbekannte für den dauerhaften Bestand der Festung gesorgt. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute nicht nur Ruinen, sondern restaurierte Gebäude, wie die Kaserne, das Schatzhaus, die Magdalenenburg, das Brunnenhaus und viele andere sehen können.
Daneben diente die Festung auch als Gefängnis. Menschen aus allen Schichten, Studenten ebenso wie Kammerherren und Offiziere, saßen hier oftmals wegen geringfügiger Kavaliersdelikte ein.
Dass die Festung ein außerordentliches Staatsgefängnis war, spürte auch Johann Friedrich Böttger, der als "Goldmacher" in die sächsische Geschichte einging. Er kam dem maßlos prunksüchtigen August dem Starken gerade recht, um die stets leere Staatskasse wieder mit Gold zu füllen. In der Georgenburg lebte der Apothekergeselle von 1706 bis 1707. An dem herrlichen Blick in das Elbtal konnte er sich freilich nicht erfreuen. Erst nach einem fast einjährigen Aufenthalt gestattete man ihm einen gelegentlichen Aufenthalt an der frischen Luft - in Begleitung von zwei Offizieren.
Doch neben den zahlreichen bekannten Gefangenen, die auf der Festung einsaßen, beeindruckt auch die Leistung anderer Personen, die auf ihr tätig waren. Eine der bewundernswertesten technischen Leistungen der damaligen Zeit war der von Freiberger Bergleuten unter Leitung des Bergbaumeisters Planer mit 152,5 m Tiefe und 3,5 m Durchmesser geteufte Festungsbrunnen (1563-69). In 139 Meter Tiefe strömt klares Quellwasser aus zwei ausgehauenen Strecken zu. Die durchschnittliche Höhe des Wasserstandes misst neun Meter. Sieben Jahre nach Beendigung der Schachtarbeiten teilte der Kommandant dem Kurfürsten in einem Brief mit, dass der "herrliche Bronnen offen" stehe und derselbe "bei dieser bösen Welt von losen Buben wohl vergiftet werden möchte". Noch im gleichen Jahr beauftragte man den Uhrmachermeister König aus Altenburg mit der Planung eines Wasserhebewerkes. Doch seine Konstruktion - ein Seilkübelwerk mit Pferdeantrieb - scheiterte, nicht zuletzt durch das ständige Drängen des Kurfürsten, das wohl eine geringere Sorgfalt beim Bau verursachte. So wurde 1586 ein anderes Hebewerk mit einem Tretrad aus Holz in Betrieb genommen. Der Brunnen lieferte bis 1967 Trinkwasser.
Heute ist die Festung nicht nur ein Freilichtmuseum. Auf ihr sind auch eine Sammlung sächsischer Geschütze des 15. bis 18 Jahrhunderts, u.a. das Riesengeschütz "Faule Magd" und eine Sammlung moderner Waffen untergebracht.
Die 1621/22 im Renaissancestil errichtete Magdalenenburg, benannt nach der Gemahlin von Kurfürst Johann Georg II., beherbergte von 1725 bis 1818 das legendäre 238.000 Liter fassende Riesenfass von August dem Starken. In besonderem Maße hat sich die Regierung vom 17. bis zum 19. Jahrhundert mit den berühmten Königsteiner Weinfässern befasst. Drei Riesenfässer standen einst auf dem Königstein. Die Riesenfässer waren das Ergebnis eines Wettstreits zwischen dem Kurfürsten von der Pfalz und dem sächsischen Kurfürsten. Mit dem dritten Riesenfass besiegte der sächsische Kurfürst schließlich den Kurfürsten von der Pfalz.
An der Stelle der heutigen Magdalenenburg wurde 1428 ein Brauhaus errichtet. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und während des Zweiten Weltkrieges dienten die Räume der Magdalenenburg der Unterbringung von französischen Kriegsgefangenen.
Gelegentlich scheint es, als sei die Schönheit eines Bauwerkes für die Herrschenden wichtiger gewesen, als der militärische Nutzen. Ein besonders schönes Bauwerk ist die Friedrichsburg an der Nordseite der Festung. Die Friedrichsburg entstand von 1589 bis 1591 nach Plänen Paul Buchners. Ursprünglich Christiansburg genannt, dienten der Keller und das Erdgeschoss zur Unterbringung von Kanonen und zur besseren Flankierung und Befestigung der Elbseite der Festung.
Im Obergeschoss, das bis 1731 über einen Wendelstein erreichbar war, befand sich ein aufwändig gestalteter Saal. Berühmte Gäste haben die Christiansburg gesehen, so u.a. Friedrich Wilhelm I. und sein Sohn. August der Starke ließ 1731 den bis dahin schmucklosen Bau zu einem barocken Pavillon umgestalten. Den Wendelstein ersetzte eine doppelläufige Freitreppe. Zur Erinnerung an den Besuch des preußischen "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1728 benannte August der Starke das Gebäude in "Friedrichsburg" um.
Um die Festung Königstein rankt sich auch eine kleine Geschichte, die zu damaliger Zeit für Aufregung sorgte: Im März 1848 erstieg der achtzehnjährige Schornsteinfeger Abratzky aus Mahlis bei Oschatz in einem dreistündigen Alleingang die Festung an ihrer südöstlichen Spitze. Ein Posten nahm ihn in Empfang und führte ihn dem Kommandanten vor. Als "Dank" für seine beachtliche bergsteigerische Leistung erhielt er zwölf Tage Arrest. Abratzky schrieb seine Erlebnisse in einem kleinen Heftchen nieder und lebte von Erzählungen und dem Erlös des Heftchens, bis er sechsundsechzigjährig in Dresden starb.
Die imposante Bergfestung gilt als das meist besuchte historische Bauwerk Sachsens, zieht sie doch nicht nur wehrgeschichtlich Interessierte in ihren Bann, sondern auch Naturliebhaber, denen sich entlang der 2.200 m langen Brustwehr ein fantastischer Ausblick auf das bizarre Elbsandsteingebirge und die Ausläufer des Osterzgebirges bietet.

Von der Festung Königstein führt außer einem Fußweg auch die Bundesstraße 172 hinunter in den gleichnamigen Ort. Reizvoll ist es von hier mit dem Fahrrad in Richtung Dresden zu fahren, oder aber auf einen der Elbraddampfer zu steigen und sich das Elbtal per Schiff anzusehen. Vorbei an bekannten Orten wie Rathen - mit der Burg Altrathen, der Felsenburg Neurathen und der Bastei - Wehlen und Pirna erreicht man nach etwa 20 km das Schloss Pillnitz vor den Toren Dresdens.

Schloss & Park Pillnitz


Seit 200 Jahren hat sich nichts verändert. Der sächsische Hofstaat kam einst mit prachtvollen Gondeln zum Schloss, die Touristen unserer Tage reisen mit Schaufelraddampfern an. Das Auto sollte man tunlichst stehen lassen, denn die Parkplätze in und um Pillnitz sind besonders an den Wochenenden regelmäßig überfüllt. Als Alternative bietet sich noch die Fährüberfahrt vom gegenüberliegenden Dresdner Stadtteil Leuben an, die man auch als Radwanderer nutzen sollte.

Die Geschichte des Schlosses Pillnitz beginnt bereits im Mittelalter mit der Existenz einer Burg mit Wall und Wassergraben an der Stelle des heutigen Neuen Palais´. Bereits um 1335 wurde der Ort als Herrensitz eines Ludewicus de Belennewitz erwähnt und gehörte bis Anfang des 15. Jahrhunderts zur Burgschaft Dohna. 1486 kam Pillnitz als Rittergut und Mittelpunkt einer Grundherrschaft in den Besitz der Familie Ziegler.
Nach dem Verkauf an Christoph von Loß, einem einflussreichen Mann am sächsischen Hof und Gesandter beim Deutschen Reichstag, baute der neue Besitzer die ursprüngliche Burg der Lehnsherren von Pillnitz ab 1569 zu einem Renaissanceschloss um. Schließlich erwarb 1694 Kurfürst Johann Georg IV., der Bruder von August dem Starken, das Anwesen für seine Mätresse Magdalene Sibylla von Neitschütz. Als Kurfürst Johann Georg im gleichen Jahr starb, übernahm August der Starke die Anlage.
1706 war das alte Schloss ein Geschenk von August dem Starken an die Gräfin Cosel. Nachdem diese in Ungnade fiel, verwirklichte August der Starke ab 1720 seine Pläne von einem großzügig gestalteten Schloss und veranlasste die Neugestaltung des Pillnitzer Schlossgebäudes durch seinen Oberlandesbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann. Anders als im Residenzschloss in Dresden mit seinen höfischen Etikette standen hier ungezwungenes Spiel und Vergnügen im Vordergrund. Die Vorliebe des 18. Jahrhunderts für chinesische Motive drückt sich auch in Pillnitz aus. Der Kurfürst wünschte sich für das Schloss eine "indianische" Ausgestaltung, wobei dies in der damaligen Zeit eine Bezeichnung für den gesamten Orient, also auch Ostasien und China, war.
Pöppelmann konnte schließlich nur das Wasserpalais (1721) und das Bergpalais (1723) - zwei dreiteilige Pavillons, die parallel zur Elbe einen Gartenteil rahmten - projektieren und errichten. Das Wasserpalais und das spiegelgleich errichtete Bergpalais zählen zu den größten Chinoiseriebauten der Welt.
Ab 1765 wurde Pillnitz zur Sommerresidenz des Dresdner Hofes. Von der Residenz Dresden aus fuhr der sächsische Hofstaat auf prachtvollen Gondeln elbaufwärts nach Pillnitz. 1790 baute der Schiffsbaumeister J.C. Pätzold eine grüne und eine rote Gondel nach Entwürfen des Hofbaumeisters Christian Friedrich Schuricht. Das Wasserpalais ist über eine große Treppe mit dem Fluss verbunden, so dass die Gondeln anlegen konnten.
Das Pillnitzer Ensemble war für den Dresdner Hof so faszinierend, dass die Bautätigkeit auch in den nachfolgenden Jahren anhielt. Zweigeschossige Flügelbauten erweiterten 1788-91 das Wasserpalais und das Bergpalais. Dabei bezog man das alte Schloss in die Gestaltung mit ein. Es bildete den östlichen Abschluss des Hofes. Erst nach einem Brand 1818 erbaute Christian Friedrich Schuricht in den Jahren 1822-26 das Neue Palais im Stil des Klassizismus anstelle des vernichteten Renaissanceschlosses, wodurch der barocke Garten mit den ihn umschließenden Gebäuden einen Ehrenhofcharakter erhielt. Das Neue Palais verbindet das Wasser- und das Bergpalais und ordnet sich mit seinen geschwungenen Dächern gut in die vorhandene Bausubstanz ein. Nach über 100 Jahren war die Anlage, so wie sie sich heute präsentiert, vollendet.
Mit dem Ende der Monarchie in Sachsen gelangte das Schloss in staatlichen Besitz. Es beherbergte fortan Wohnungen und künstlerische Werkstätten. Auch die Zeit des 2. Weltkrieges überstand Pillnitz mit wenigen Beschädigungen. 1946 eröffnete man das "Zentralmuseum" Sachsens im Schloss, später gesellte sich das Museum für Kunsthandwerk hinzu.
Auch in der Politik spielte Pillnitz eine bedeutende Rolle. 1791 trafen sich hier die Monarchen von Österreich, Preußen und Sachsen mit dem französischen Adel zum Pillnitzer Fürstentreffen und debattierten Fragen über die Aufteilung Polens und das weitere Vorgehen gegen die sich ausweitende Französische Revolution.
Die Gartenanlagen des alten Schlosses dienten - mit Ausnahme eines kleinen Lustgartens - ursprünglich vorwiegend der Wirtschaft. Nach der Inbesitznahme der Schlossanlage durch die sächsischen Kurfürsten gestalteten diese auch die Gartenanlage weiter aus. Unter der Gräfin Cosel pflanzte man Heckengärten, zwischen den Palais entstand der barocke Lustgarten und oberhalb des Bergpalais der Schlossgarten.
Der weitläufige Park - heute 28 Hektar groß - wurde immer wieder verändert. Zunächst Fest- und Spielplatz des sächsischen Hofes und seiner Gäste, war er bereits Ende des 18. Jahrhunderts Zuflucht- und Forschungsstätte der botanisch interessierten Wettiner. So entstanden in Ergänzung zum Wasserpalais 1730 die geräumige Orangerie nach einem Entwurf von Longuelune, der Englische (1780) und der Chinesische (1804) Pavillon sowie das Palmenhaus (1859).
Um 1790 erweiterte man den Park im englischen Stil. Verschlungene Wege und Wasserläufe führen zu einem künstlich angelegten Teich mit einer Insel. Als besondere Attraktion steht im Englischen Garten eine über 200 Jahre alte japanische Kamelie. Sie ist fast 9 m hoch, hat einen Kronendurchmesser von 12 m und trägt jedes Jahr von März bis Mai bis zu 15.000 Blüten. Um den empfindlichen Baum im Winter zu schützen, entstand 1992 ein eigenes Glashaus, das zu Beginn der kalten Jahreszeit über die Pflanze gefahren wird. Die Regulierung von Temperatur, Luftfeuchte, Beschattung und Belüftung erfolgt computergestützt.
1785-90 wurde der Park um den "Holländischen" und den "Chinesischen" Garten erweitert. Im Holländischen Garten fanden Pflanzen aus der ehemaligen holländischen Kolonie in Südafrika ihren Platz.

Oberhalb des Weinbergweges, mit einem herrlichen Blick zum Elbsandsteingebirge und zum Osterzgebirge, ließ August der Starke 1723-27 von Matthäus Daniel Pöppelmann die barocke Weinbergkirche errichten. Den Eingang schmückt das sächsisch - polnische Wappen.

Elbschlösser


Nach dem Besuch des Pillnitzer Schlosses fahren wir weiter die Elbe entlang in Richtung Dresden. Auf der rechten Elbseite passiert man dabei die drei sogenannten Elbschlösser am Loschwitzhang.
Bereits um 1600 teilte Kurfürst Johann Georg II. den kurfürstlichen Besitz vor den Toren Dresdens in Teilgrundstücke auf und ließ die Hofangestellten Weinberge anlegen. Die Weinberge wurden mehrfach weiterverkauft und erweitert. So kam zwischen 1803 und 1811 auch der schottische Graf Findlater in den Besitz großer Teile der Weinberge, auf denen später die Elbschlösser - Schloss Albrechtsberg, Villa Stockhausen und Schloss Eckberg - entstanden.
Mit Schloss Albrechtsberg präsentiert sich im barocken Dresden ein Glanzstück der Schinkel-Schule. 1850 erwarb die Baronin von Stockhausen einen Teil des ehemaligen Findlaterschen Weinberges für den preußischen Prinzen Albrecht, der wegen seiner nicht standesgemäßen Heirat mit Rosalie von Rauch sein Heimatland verlassen musste. Prinz Albrecht, der Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I., ließ den spätklassizistischen Bau 1850-54 nach Plänen des preußischen Landbaumeisters Adolph Lohse errichten und die Parkanlage nach seinen Vorstellungen umgestalten.
Der 100-Zimmer-Bau aus Sandstein mit Mittelrisalit und zwei Ecktürmen steigt von der Elbe in drei Stufen 45 Meter an. Die wertvolle Innenausstattung, zu der auch das Türkische Bad von Karl Diebitsch zählt, ist weitgehend erhalten. Das Schloss dient heute als Kongress- und Kulturzentrum.
Östlich vom Schloss Albrechtsberg errichtete der gleiche Architekt für Baron von Stockhausen, Hofmarschall des preußischen Prinzen, die Villa Stockhausen. Die ebenfalls spätklassizistische Villa mit Säulenhallen zur Elbseite und Ecktürmchen am Eingang wird nach ihrem letzten privaten Besitzer, Karl August Lingner, auch Lingnerschloss genannt. Der Begründer des Hygienemuseums vermachte das Gebäude 1916 testamentarisch der Stadt Dresden mit der Vorgabe, es für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.
Nach 1945 war das Schloss ein Studentenwohnheim, bis 1957 der "Dresdner Klub", ein kritischer Treffpunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und anderen Persönlichkeiten, den u.a. Manfred von Ardenne mitinitiierte, einzog. Seit der Schließung des Klubs scheiterten alle Versuche, das Gebäude anderweitig zu nutzen.
Schloss Albrechtsberg und Villa Stockhausen sind durch einen Landschaftspark miteinander verbunden.
Das dritte Elbschloss, Schloss Eckberg, auch Villa Souchay genannt, errichtete 1859-61 der Semperschüler Christian Friedrich Arnold im Tudorstil nach dem Vorbild neugotischer englischer Landsitze aus gelblichem Sandstein für den Großhändler John Daniel Souchay.
1926 erwarb der Unternehmer Ottomar Heinsius von Mayenburg Schloss Eckberg. Der durch die Herstellung der Zahncreme "Chlorodont" zu Wohlstand gekommene Fabrikant ließ als großer Gartenfreund und Botaniker den Park seines Schlosses in einen prächtigen Blumengarten umgestalten, der in den Sommermonaten auch der Bevölkerung zugänglich war. Als gestalterische Elemente fügte er zahlreiche Plastiken hinzu.
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges zog die Sowjetische Militäradministratur in das Gebäude ein. Später diente es der Arbeiter- und Bauernfakultät als Bildungsstätte. Der Sanierung im Jahre 1985 folgte die Eröffnung als Hotel des DDR-Jugendreisebüros "Jugendtourist". Auch heute ist Schloss Eckberg dem Servicegedanken treu geblieben. In seinem Innern befindet sich ein Luxushotel.

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