Historisches Sachsen
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Beschreibung
Zabeltitz ist seit jeher eng mit der sächsischen Geschichte verbunden. Bereits um 1200 stand an der Stelle des heutigen Palais ein alter Herrensitz, wahrscheinlich einer ortsansässigen Familie. Im 14. Jahrhundert kam Zabeltitz an die Familie von Köckeritz und später an die Herren von Hirschstein. Schließlich erwarb Otto Pflugk 1412 den Besitz. In der Mitte des 16. Jahrhunderts baute Nickel Pflugk die alte Wasserburg zu einem Wohnschloss im Renaissancestil mit umlaufendem Wassergraben um. 20 Jahre später - 1584 - verkaufte er Zabeltitz an den Kurfürsten Christian I., der das Schloss als Jagdsitz nutzen wollte.
Für die Hofhaltung war das herrschaftliche Wohnhaus jedoch zu klein. Man brauchte ein zusätzliches Gebäude, um das Gefolge und die zahlreichen Pferde unterzubringen. Oberzeugmeister Paul Buchner, der in Dresden bereits den Stallhof angelegt hatte, errichtete ab 1588 das Stallgebäude, das selbst wie ein Schloss aussieht und deshalb "Altes Schloss" genannt wird.
Das "Alte Schloss" ist ein langgestreckter zweigeschossiger Renaissancebau mit einem vorgesetzten Treppenturm mit Haube und Laterne an der Gartenseite. Kopfbauten mit stattlichen Giebeln fassen beidseitig das Gebäude ein. Im Erdgeschoss befindet sich eine zweischiffige Halle mit Kreuzgratgewölbe und toskanischen Säulen. Im 1. Stock lagen einst die Wohnräume der kurfürstlichen Jagdgesellschaft.
Kurfürst Christian II. vollendete die Pläne seines Vaters. Das Schloss wurde hauptsächlich als Jagdschloss genutzt. Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg, und einigen Schlossreparaturen 1655, hielt der Kurfürst wieder Jagdlager in den Jahren 1657 und 1659 ab. Später diente das Schloss als Witwensitz für die Mutter von August dem Starken, Kurfürstin Anna Sophie. Nachdem August der Starke vergeblich einen Tausch von Zabeltitz gegen Pillnitz mit der Gräfin Cosel versucht hatte, schenkte er seinem treuen Weggefährten und Minister, Generalfeldmarschall August Christoph Graf von Wackerbarth, am 16. Februar 1728 das Rittergut samt Schloss und Parkanlagen.
Mit der Schenkung des Rittergutes an den Grafen Wackerbarth begann eine neue Epoche für Zabeltitz. Rege Bautätigkeit setzte ein; den gesamten Komplex gestaltete der Graf nach Plänen des Baumeisters Johann Christoph Knöffel im barocken Stil um. Das dreigeschossige Palais erhielt ein flaches Walmdach und eine illusionistisch aufgemalte Architekturgliederung. Eine Steinbrücke überquert den Wassergraben vor dem Palais an der Hofseite. Den zurückliegenden Mittelteil mit dem hofseitigen Eingang rahmen hervortretende Eckbauten. Über dem Balkon ist das Wappen von Dr. Arnold von Frege-Weltzien - einem späteren Besitzer - angebracht.
Auf der Parkseite tritt vom Palais ein dominanter Mittelrisalit hervor. Den Dreiecksgiebel schmückt unter einer Grafenkrone das Wappen des damaligen Besitzers Generalfeldmarschall von Wackerbarth.
Nach dem Tode des Adoptivsohnes von Christoph Graf von Wackerbarth, Josef Anton Gabaleon Graf von Wackerbarth-Salmour, ging das Rittergut wieder in den Besitz der Krone über. Den neuen Besitzer, Prinz Xaver, besuchte in dieser Zeit (1766) u.a. der österreichische Kaiser Joseph II.
Im 18. Jahrhundert vernachlässigt, erstand Ende des 19. Jahrhunderts der Kammerherr des Herzogs von Sachsen-Meiningen, Dr. Arnold von Frege-Weltzien, das Anwesen und rettete es so vor dem Verfall. Der Reichstagsabgeordnete von Frege-Weltzien ließ 1897 das Palais umbauen und durch den Architekten Ernst Herrmann die Innenräume umgestalten.
Nach 1945 wurden die Besitzer - wie überall im Land - enteignet. Im Stallgebäude richtete man ein Landambulatorium ein; im Palais eröffnete eine Weiterbildungseinrichtung der Deutschen Reichsbahn. Auch nach der politischen Wende in der DDR verblieb das Palais zunächst bei der Deutschen Bahn. Zwischenzeitlich hat sie das Schulungszentrum jedoch geschlossen. Heute kann das Palais für verschiedene Festlichkeiten gemietet werden.
Das "Alten Schloss" beherbergt Wohnungen, Arztpraxen, das Standesamt und ein Restaurant.
Hinter dem Palais befindet sich ein großer Park, der mit einem Wasserbecken axial zum Palais ausgerichtet ist. Knöffel entwarf die barocke Gartenanlage mit dem 160 m langen Teich und mehreren Plastiken des 18. Jahrhunderts. Die zwei Hermen im Westen des Spiegelteiches sind Werke des Klassizismus und stellen Apollo und Diana dar.
Der Schlosspark in Zabeltitz ist bis heute eine Sehenswürdigkeit, in der man Ruhe und Erholung finden kann. Dominierend ist der "Spiegelteich", der das Palais in voller Größe spiegelt. Um diesen Parkteil im französischen Stil gruppieren sich mehrere kleine Teiche, die von hohen Bäumen gesäumt werden. An verschiedenen Plätzen im Park stehen Sandsteinfiguren; kleine Pavillons und Sitzgruppen laden zum Verweilen ein.
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Bildergalerie
Altes Schloss
Palais
Palais und Spiegelteich
Im Palais
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Stand: 01.11.2009