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Beschreibung
In der weitläufigen Rittergutsanlage Benndorf fehlt das Schloss. Erst 1957/58 wurde die barocke Dreiflügelanlage nach und nach abgetragen, obwohl der Abbruchbefehl der Landesbodenkommission längst verjährt war. Die Gründe sind unbekannt, doch das fehlende Schloss hinterlässt eine große, klaffende Lücke. Dennoch ist die Bedeutung des Herrensitzes nicht vergessen. Mitglieder des örtlichen Fördervereins Rittergut Benndorf markierten den einstigen Standort am Rande des Schlossparks mit Steinen. Eine Schautafel informiert die Besucher darüber hinaus über das Schloss und das inzwischen sanierte Rittergut.
Zu den noch vorhandenen Hofgebäuden gehören das Torhaus und die Orangerie. Das Torhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist als Zufahrt zum Gutshof aus heutiger Sicht viel zu klein. Eine Straße in den Gutshof führt inzwischen an ihm vorbei. Das barocke Fassadenbild des Torhauses entsteht durch den leicht vorgezogenen Mittelrisalit und das Mansardwalmdach. Die nordwestliche Durchfahrt ist heute geschlossen.
Südwestlich vom abgerissenen Schloss befindet sich die Orangerie. Sie ist, genau wie das einstige Schloss, auf den Schlossgarten ausgerichtet. Ihren Bauformen nach muss die Orangerie in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert werden. Das in einem kräftigen Gelb gehaltene Gebäude öffnet sich durch fünf hohe Fenstertüren, die durch Lisenen voneinander getrennt sind. Ein kleiner Dreiecksgiebel mit ovalem Fenster über der Mittelachse schafft eine Verbindung zum herrschaftlich wirkenden Mansarddach. Weitere ein- und zweigeschossige Wirtschaftsgebäude, teilweise mit Sichtfachwerk, Natursteinen, Satteldächer, Walmdächer und Mansardwalmdächer, beherbergen Wohn- und Arbeitsräume.
Das kleine Benndorf im Tal der Wyhra liegt etwa 2 Kilometer nordwestlich von Frohburg, mit dem es viele Jahre verbunden war. Die Adelsfamilien wechselten häufig. Bereits 1216 werden ein Hugo von Bennendorf und 1233 ein Syfridus List de Bennendorf genannt. Im 16. Jahrhundert erwarben u.a. die Familien von Techwitz und von Kreutzen das Gut. Mit dem Verkauf des Gutes Benndorf durch die Familie von Kreutzen Anfang des 17. Jahrhunderts fand auch eine Trennung der Güter Benndorf und Frohburg statt. Ihr folgten die Familie von Ende sowie Johann Caspar und Johann Friedrich Hendrich im 17. Jahrhundert.
1688 erwarb der Kanzler und Geheime Rat am Hof in Dresden Ludwig Ernst von Pöllnitz das Gut, das bis 1811 im Besitz der Familie bleiben sollte. Das barocke Schloss in Benndorf geht auf seinen zweiten Sohn Friedrich Carl von Pöllnitz aus der Ehe mit Clara Sophie von Bose zurück. Der aus einem thüringischen Adelsgeschlecht stammende Herr war kursächsisch-polnische Hofmarschall der Herzogin Henriette Charlotte von Sachsen-Merseburg aus dem Hause Nassau-Idstein und zugleich ihr Liebhaber. Die Herzogin war zwar mit dem Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg verheiratet, hatte aber mit Pöllnitz die gemeinsame Tochter Friederike Ulrike, die bei ihrer Geburt verstarb. Für Pöllnitz war die außereheliche Beziehung jedoch folgenreich. Er wurde des Fürstenturms verwiesen und zog sich auf sein Gut in Benndorf zurückzog. Dort ließ er in den Jahren 1713 bis 1721 die dreiflügelige barocke Schlossanlage errichten. Auf dem großen Gutshof entstand ein hoch aufragendes Gebäude, an dessen rechteckigem Hauptflügel sich zwei Seitenflügel, die nur zwei Fensterachsen breit waren, angliederten. Vom Ehrenhof führte eine zentrale Freitreppe zum Portal. Darüber erhob sich in der Mittelachse ein drei Fensterachsen breiter Mittelrisalit, den ein Dreiecksgiebel in das Dach hinein abschloss. Zahlreiche Dachgauben und Schornsteine besetzten das abgewalmte Mansarddach.
Nach der Familie von Pöllnitz gelangte das Gut an den Forstschreiber Johann Ernst Dankegott Klinkhardt und 1818 an Heinrich Karl Abraham Eichstädt, Professor an der Universität Jena. Durch Vererbung und Heirat ging das Rittergut später in den Besitz der Familie von Einsiedel. Curt von Einsiedel vererbte 1941 das Rittergut Benndorf seiner Nichte und Adoptivtochter Marie-Luise, welche mit Eberhard von Breitenbuch verheiratet war. Nach dem Zweiten Weltkrieg im Juli 1945 wurde das 306 ha große Rittergut von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und im Zuge der Bodenreform aufgeteilt.
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