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Beschreibung
Kitzen ist ein Ortsteil der Stadt Pegau im Landkreis Leipzig, dessen Rittergut seit dem 13. Jahrhundert Lehnsgut der Merseburger Bischöfe und später Sitz verschiedener Adelsfamilien war. Zu ihnen gehörten u.a. die Familie von Hacke, von Draschwitz und von Dieskau. Ab dem 19. Jahrhundert ging Kitzen in den Besitz bürgerlicher Familien über.
Das Herrenhaus stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und entstand, nachdem der Hof 1695 abgebrannt war. Der zweigeschossige Rechteckbau folgte mit seiner symmetrischen Fassadengliederung und dem Mansardwalmdach den typischen sächsischen Herrenhäusern des Leipziger Landes. Auf Hof- und Gartenseite reichen die dominanten Mittelrisalite - gekrönt von Dreiecksgiebeln - über drei Stockwerke bis in das Dach hinein. Ein Vierteljahrhundert nach seinem Bau übernahm das sächsische Adelsgeschlecht von Dieskau auf Knauthain das Anwesen und blieb bis 1789 im Besitz des Rittergutes. Dann folgten zahlreiche Eigentümer, die Kitzen teilweise nur ein paar wenige Jahre besaßen.
Spätere Veränderungen des Herrenhauses gehen auf Max Laue zurück, der 1909 in den Besitz des Rittergutes Kitzen kam und in den Folgejahren einen Umbau vornehmen ließ. Die Architekten Theodor Lehmann und Gustav Wolff aus Halle (Saale) werteten das Gebäude durch eine reiche Fassadendekoration auf. Die Mittelrisalite erhielten Kolossalpilaster und Verzierungen. Auf der Hofseite entstand ein aus der Fassade hervortretendes Portal mit zwei toskanischen Säulen sowie einem kleinen Austritt und schmiedeeisernem Gitter im Obergeschoss. Die Gartenseite ziert ein Portikus, ebenfalls mit toskanischen Säulen und Altan. An der südöstlichen Ecke des Hauses bildeten die Architekten einen Erker aus. Auf dem Dach fügten sie einen Turm mit Belvedere hinzu und ergänzten die gesamte Fassade mit Putzstreifen und Schlusssteinmotiven über den Rechteckfenstern.
Neben dem Herrenhaus erlangte auch das Gebäude des Inspektorenhauses aus den Jahren 1921/22 durch seine architektonische Gestaltung eine baugeschichtliche Bedeutung. Der im Raum Halle bekannte Architekt Paul Grempler lieferte die Planungen dafür. Der zweigeschossige, breitgelagerte Putzbau mit erkennbaren Einflüssen des Heimatschutzstils befindet sich unmittelbar an der Einfahrt zum Gutshof. Auffallend sind sein zweibogiger, loggiaartige Eingangsbereich mit Säule und Treppenaufgang sowie seine großen Zwerchhäuser im Dachbereich der beiden Schmalseiten. An der straßenseitigen Giebelfront befindet sich ein kleiner Eckerker. Mit seinen gestalterischen Elemente zeugt auch dieser Bau trotz seiner insgesamt sparsamen Putzgliederungen vom Repräsentationsanspruch der Rittergutsherrschaft. Das Inspektorenhaus wurde 2015 saniert.
Die Bodenreform 1945 traf Gisela Laue, Tochter und Erbin von Max Laue. Während das Rittergut aufgelöst und an Kitzener Neubauern aufgeteilt wurde, diente das Herrenhaus als Verwaltungsgebäude, Kulturhaus und nach einer Renovierung 1992/93 als Rathaus der Gemeinde Kitzen. Mit der Eingemeindung von Kitzen in die Stadt Pegau ist hier nur noch eine Außenstelle der Stadtverwaltung Pegau untergebracht. Der Gutspark mit einem Denkmal für Theodor Körner ist seit seiner Umgestaltung im Jahr 1961 ein öffentliches Erholungszentrum.
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| Herrenhaus Kitzen |
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