Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das Greifensteingebiet zwischen Geyer und Ehrenfriedersdorf bietet viel Sehenswertes. Ein um 1350 künstlich angelegter 23 Hektar großer Waldsee versorgte einst den Zinnbergbau der Region mit Wasser und bietet heute an warmen Tagen ein unvergessliches Badevergnügen.
Zahlreiche Wanderpfade führen durch das Gebiet. Auf dem 12 km langen Bergbaulehrpfad "Silberstraße" kann sich der Besucher über die Arbeitsbedingungen eines Bergmanns in vergangenen Jahrhunderten informieren. Unweit der Greifensteine soll sich in der Stülpnerhöhle der "Robin Hood des Erzgebirges", wie einst die Einheimischen Karl Stülpner nannten, versteckt gehalten haben.
Einen besonderen Anziehungspunkt für Kletterer bilden die sieben stark zerklüfteten Granitfelsen inmitten ausgedehnter Wälder, die, bis 30 m hoch, auf über 30 Kletterwegen bezwungen werden können. Vom Aussichtsfelsen (732 m) bietet sich auch dem Wanderer ein herrlicher Panoramablick auf den Greifenbachstauweiher und das Erzgebirge.
Kaum ein Besucher der Greifensteine ahnt jedoch, dass sich hier wohl eine der umstrittensten Burgen Sachsens befand. Immer wieder angezweifelt und als sagenhaft bezeichnet, wird nur in spärlichen Beschreibungen über diese Burg berichtet.
Spätere Bergwerksbauten und die Umgestaltung der Greifensteine zum Naherholungsgebiet haben die mittelalterliche Bausubstanz vollständig beseitigt. Erst gezielte Forschungen von Heimatkundlern machten deutlich, dass hier einst eine Burg gestanden haben muss.
Auch in schriftlichen Erwähnungen finden wir nur zwei Urkunden, die Auskunft geben. Im Lehnbuch Friedrichs des Strengen (1349/50) ist "Grifensten zcinewrck, bergwerck" als markgräfliches Lehen des Johannes von Waldenburg verzeichnet. 1372 sicherte Karl IV. dem Markgrafen von Meißen im Vertrag von Pirna den Besitz von "slozs Gryfenstein" zu. Es ist die einzige Erwähnung, in der Greifenstein als "Schloss" bezeichnet wird.
Durch archäologische Untersuchungen scheint jedoch gesichert, dass der Bau der Burg Greifenstein zwischen 1180 und 1200 im Zuge der Kolonisation erfolgt sein muss. Mit Sicherheit spielte der um 1300 einsetzende Aufschwung des Silber- und Zinnbergbaus in dieser Gegend eine bedeutende Rolle. Lange war die Burg Greifenstein aber nicht bewohnt. Zum Ende des 14. Jahrhunderts setzte ein Bedeutungsverlust durch den Niedergang der Silberbergwerke ein, der auch das Aus für die Burg besiegelte.
Für die Bebauung der Felsen spricht die Tatsache, dass an ihrem Fuße Keramik und Knochen gefunden wurden. Der Burggrundriss wies eine Dreiecksform aus und war durch den vorhandenen Felsen vorgegeben. Der zentrale Teil der Burg befand sich einst auf dem heutigen Aussichtspunkt. Eine Unterburg diente als Vorbefestigung. Über Holzleitern konnte die Kernburg auf dem Gipfel erreicht werden. Der Felsen ist teilweise ausgeschlegelt worden. Auf ihm standen Gebäude in Mischbauweise aus Stein und Holz, wobei die Holzbauten überwogen haben dürften. Eine vermutete Ringmauer war das größte Annäherungshindernis für Feinde.
Auch wenn den Felsen noch lange nicht alle Geheimnisse entrissen werden konnten und nach wie vor einzelne Zweifel existieren, ist ein Besuch dieser ungewöhnlich interessanten Anlage zum Beispiel bei einem Spaziergang oder - für Geübte - bei einer Kletterpartie zu empfehlen.
Der Höhepunkt der heutigen Greifensteinanlage ist jedoch ein Besuch der Naturbühne. Die Naturbühne mit der einmaligen Kulisse vor den Granitfelsen bietet Platz für 1.700 Zuschauer. Jährlich finden Rock- und Volksmusikveranstaltungen, in den Sommermonaten auch Theater- und Filmvorführungen sowie Konzerte statt.
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Greifensteine
Aussichtsfelsen
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Stand: 01.11.2009