Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die Gegend um Otterwisch - südwestlich von Grimma - war schon zu vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die ältesten Zeugen menschlicher Tätigkeit stammen aus der Altsteinzeit (vor etwa 10.000 Jahren). Aber auch aus der Jungsteinzeit (vor etwa 3.000-6.000 Jahren) gibt es Funde.
Die später in diesem Gebiet siedelnden germanischen Stämme zogen sich nach der Völkerwanderung bis hinter die Saale zurück (4.-6. Jahrhundert) und machten den slawischen Völkern Platz. Vor etwa 1.000 Jahren, in frühdeutscher Zeit, besetzten wiederum deutsche Ritter das Gebiet in deren Gefolge auch deutsche Bauern in diese Gegend kamen und Mitte des 12. Jahrhunderts den Ort Otterwisch gründeten.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte in einer Urkunde des Bischofs Friedrich von Merseburg vom 8. Oktober 1269. Bodenfunde und heute noch sichtbare Wallanlagen deuten aber darauf hin, dass rechtsseitig der Gösel bereits in der Slawenzeit eine befestigte slawische Siedlung ("Grötsch") gewesen sein muss, aus der in frühdeutscher Zeit ein Vorwerk hervorgegangen ist.
Aus einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1500 wird ersichtlich, dass das Kloster Altzella dem Augustinerkloster Grimma "die Wüstenei zu Otterwusch" verkaufte. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb schließlich 1660 die Familie von Metzsch das Gut und ließ Ende des 17. Jahrhunderts einen Herrenhof im Renaissancestil erbauen. Dieser Herrensitz mit 365 Fenstern und einem großen Saal hatte aber keinen langen Bestand, denn bereits 30 Jahre später wurde von seinem Verfall und Umbau zu einem Schafstall und Wirtschaftshof berichtet.
Die Geschichte des heutigen Barockschlosses beginnt mit dem Erwerb des Schlossgeländes durch Rahel Charlotte Reichsgräfin Vitzthum von Eckstädt, Witwe des Friedrich Reichsgraf Vitzthum von Eckstädt, Königlich Polnischer und Churfürstlicher Geheimer Rat und Kabinettsminister. Die Gräfin von Vitzthum ließ in den Jahren 1727-30 das Schloss an seinem heutigen Platz errichten.
Der Wohlstand und das Vorbild des Dresdner Hofes sowie Mode und Zeitgeschmack waren Anlass zur prunkvollen Ausführung des Baus. Bemerkenswert sind das Vestibül mit vier toskanischen Säulenpaaren, die Treppenanlage im Südflügel und der Saal im Obergeschoss des Hauptflügels.
Nicht minder interessant muss die sich östlich des Schlosses anschließende Parkanlage gewesen sein, denn Ende des 18. Jahrhunderts hatte das Schloss hohen Besuch durch die Anwesenheit des Kurfürsten Friedrich August, der namentlich auch den künstlerisch angelegten Garten kennen lernen wollte. Als Vorbild diente der französische Stil. Später kamen Neuanlagen im englischen Gartenstil hinzu. Leider ist von dieser alten kunstvollen Schönheit nichts mehr erhalten.
Nachfolgende Besitzer des Barockschlosses nahmen am Gebäude mancherlei Veränderungen vor, bis schließlich Hanskarl von Arnim den Bau Anfang des 20. Jahrhunderts wieder in seine ursprüngliche Schönheit zurückversetzte. Die Familie von Arnim war Eigentümer des Schlosses bis zur Bodenreform 1945. Dann wurde das gesamte Rittergut aufgeteilt und die Räume des Schlosses für die Dorfbevölkerung nutzbar gemacht. So fanden u.a. die Kinderkrippe, der Schülerhort, die Bibliothek und der Sportsaal eine Unterkunft. Zwischenzeitlich befindet sich Schloss Otterwisch in privater Hand.
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Bildergalerie
Barockschloss Otterwisch
Barockschloss Otterwisch von der Parkseite
www.historisches-sachsen.net
Stand: 01.11.2009