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Beschreibung
Die kleine Gemeinde Leuben-Schleinitz liegt ca. 13 km westlich von Meißen und 5 km südlich von Lommatzsch. Beeindruckend ist der Sitz des ehemaligen Landadels in der Lommatzscher Pflege - das Schloss Schleinitz.
Schloss Schleinitz zeigt alles her, was ein Schloss ausmacht: Ein tiefer Graben schützte einst die mit Türmen bewehrten Mauern, Mauervorsprünge und abwechslungsreiche Giebel formen ein lebendiges Bild, nur über eine Bogenbrücke gelangt man in das verwinkelte Gebäude.
Ursprünglich wohl schon im 12. Jahrhundert gegründet ist das Schloss der Stammsitz eines der bekanntesten Adelsgeschlechter
Sachsens. Zahlreiche Besitztümer gehörten der ehemals wohlhabenden Familie von Schleinitz, deren Vorfahren mit dem Ritter Hugold von Schleinitz erstmals um 1290 genannt wurden. Das Geschlecht stellte Bischöfe und Hofbeamte. Ihr Wappen, drei Rosen im gespaltenen Schild, trägt das Gehörn eines Auerochsens.
Die Familie von Schleinitz war über mehrere Jahrhunderte Besitzer der Burganlage. 1607 vererbte Abraham von Schleinitz die Güter an seinen Schwiegersohn, den Reichspfennigmeister und Geheimrat Christoph von Loß, der mit der Tochter Abrahams von Schleinitz, Maria, verheiratet war. Von der Loßschen Familie kaufte 1664 der Kammerherr Joachim Christian Bose das Rittergut, das über einhundert Jahre im Besitz dieser bekannten Familie bleiben sollte. 1773 übernahm schließ Friedrich von Zehmen Rittergut und Schloss bis es 1906 Dr. Heinrich Freiherr von Friesen erbte. 1945 wurde die letzte Rittergutsbesitzerin, Marie-Josephe von Friesen, geborene von Carlowitz, enteignet.
Nachdem die Bodenreform das Schloss der Gemeinde Leuben-Schleinitz zuordnete, teilte man das Gebäude in Wohnungen auf und nutzte es als Gemeindeamt. 1994 übernahm der Förderverein Schloss Schleinitz e.V. die Verantwortung für die Werterhaltung und neue Nutzung des inzwischen stark geschädigten Schlossensembles. Dank der aktiven Mitarbeit seiner Mitglieder und hoher Fördermittel ist es dem Verein gelungen, das Schloss liebevoll zu restaurieren und ihm seine ehemalige Schönheit wieder zurückzugeben. Heute befinden sich im Schloss neben einem Restaurant mit Hotel auch ein Kultur- und Begegnungszentrum der Lommatzschen Pflege.
Die malerisch gelegene unregelmäßige Schlossanlage entstand im Wesentlichen im 16. Jahrhundert. Noch gut lässt sich am Schloss die ursprünglich von einem Wassergraben umgebene Wasserburg mit ehemals zwei Rundtürmen erkennen. Um- und Ausbauten in den Jahrhunderten hinterließen jedoch Merkmale aus fast allen Stilepochen der Baukunst. Einen ganz besonderen Blickfang stellt dabei der "Gothische Giebel" dar. Ein dreigeschossiger Ziergiebel mit Vorhangbogenblenden erhebt sich über einem kleinen Erker mit separatem Dach.
In die dreiflügelige Anlage gelangt man über eine zweibogige Steinbrücke von 1781, die den jetzt trockenen Graben überspannt. Ursprünglich lag diese Brücke viel tiefer, so dass mit der heutigen Brücke das erste Obergeschoss erreicht wird. Die in den Graben hineingebaute Schlosskapelle von 1518 mit reichem Zellengewölbe und Sakramentsnische ist bereits von außen als solche zu erkennen. Sie ist ein beliebter Ort für Hochzeiten.
Im Hauptbau beeindruckt besonders das "Dresdner Zimmer". Es hat eine schöne, mit farbigen Ornamenten bemalte Holzdecke aus dem 17. Jahrhundert.
Vor dem Schloss bilden Wohnungen und Stallungen den ehemaligen Gutshof. Im alten Getreidespeicher befindet sich das Museum für ländliches Brauchtum. Neben Exponaten aus Handwerk, Haus- und Landwirtschaft gibt es auch Vorführwerkstätten vom Schuhmacher, Sattler und Schmied. Das Gerichtsgebäude, im 16. und 17. Jahrhundert als Kellerhaus erwähnt, diente im 18. Jahrhundert der niederen Gerichtsbarkeit.
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Bildergalerie
Schloss Schleinitz
Das Schloss zieren Giebel und Erker
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Stand: 28.12.2014