Historisches Sachsen
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Beschreibung
Fast hätte es das Landschloss Zuschendorf nicht mehr gegeben, denn nach dem 2. Weltkrieg verfielen die Gebäude zusehends. Die Schlossflügel standen leer; Decken waren herabgefallen. Doch der bevorstehende Abriss der Ruine konnte verhindert werden. 1988 ging das Gut in das Eigentum des VEB Saatzucht Zierpflanzen Dresden über und rettete damit die Gebäude. Mit beispiellosem Tatendrang sanierten die Mitarbeiter die Gebäude und führten sie einer sinnvollen Nutzung zu.
Heute besuchen zehntausende von Menschen jährlich die Pflanzensammlung im alten Park, um die farbenprächtigen Kamelien, Rhododendren und Azaleen im Frühjahr blühen zu sehen.
Die Botanischen Sammlungen und das Landschloss Zuschendorf liegen im Seidewitztal, einem Grenztal zwischen Elbsandsteingebirge und dem östlichen Erzgebirge auf dem Südhang des Petrefactenberges unweit von Pirna.
Bereits im 11. Jahrhundert ist eine Burg nachweisbar, die 1403 durch ihre erstmalige urkundlich Erwähnung in die Geschichte eintrat. Ungewiss ist jedoch, ob diese zur Dohnaischen Herrschaft gehörte oder ein selbstständiger Rittersitz war.
Das Schloss entstand 1553 durch Umbau unter dem kursächsischen Oberstallmeister Hans II. von Carlowitz. Viele Bauteile der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Burg sind im heutigen Schloss noch erkennbar. Das Gebäude besteht aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Flügeln. Unmittelbar an das Schloss schließt sich eine Kirche an, die ebenfalls Hans II. von Carlowitz erbauen ließ. Sie ist durch einen Brückengang zur Loge mit dem Schloss verbunden. Zuschendorf gilt als ältester Stammsitz der Familie von Carlowitz, einem der größten und bedeutendsten Adelsgeschlechter Sachsens.
Nach dem Ende der Carlowitzschen Herrschaft auf Zuschendorf um 1695 wechselten die Besitzer häufig. So legte u. a. 1730 der kurfürstliche Sekretarius Johann Georg Stöckel den Lustgarten an. Auch das Wirken von Dr. Karl Heinrich Schulz und Freiherr Xaver von Lentz prägten Garten und Schloss.
Bereits um 1894 erbaute der Schlossherr Xaver von Lentz ein Gewächshaus. Die Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts überstanden Schloss und Garten unbeschadet. Während das Schloss in der Nachkriegszeit jedoch zusehends verfiel, nutzten anfangs Kleingärtner die Gartenflächen, bis auch diese verwilderten.
Der Kauf der Anlage 1988 durch das VEG Saatzucht Zierpflanzen Dresden und das Vorhaben, Zierpflanzensammlungen zur Schau zu stellen, stoppten den Verfall und leiteten erste Rekonstruktionen von Schloss und Park ein. Im Herbst 1989 waren bereits eine umfangreiche Bonsaisammlung und einige Kamelien vor Ort. Mit der Gründung des Fördervereins Landschloss Pirna-Zuschendorf e.V. und die Bereitstellung umfangreicher Fördermittel durch Land, Landkreis, Bund, Stiftungen und Spender begann der systematische Wiederaufbau. Viele zum Teil jahrhundertealte Pflanzenschätze konnten so gerettet werden.
Schwerpunkt der Zuschendorfer Sammlungen sind die "Sächsischen Moorbeetkulturen", Pflanzen mit ähnlichen Bodenansprüchen und gemeinsamer ostasiatischer Herkunft, aber zu verschiedenen Familien gehörig. In einer tausend Quadratmeter großen Glashausfläche ist das genetische Potential sächsischer Gartenbaugeschichte seit 1813 gesichert. Diese Pflanzen werden nicht nur museal bewahrt, sondern auch wissenschaftlich getestet und Gärtnereien als Mutterpflanzen zur Verfügung gestellt. Ergänzend dazu werden weitere Zeugnisse sächsischer Gartenbaugeschichte wie Literatur, Fotos und Zeichnungen gesammelt und archiviert. Sehenswert sind Kamelien, Azaleen, Rhododendren, Bonsai, Zwergobst-Bäumchen und Efeuarten.
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Landschloss Zuschendorf
Kamelie
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Stand: 01.11.2009