Historisches Sachsen
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Zwenkau   
 
Allgemeines
 
Information

Landkreis Leipzig

Beschreibung
Die Kleinstadt Zwenkau südlich von Leipzig verfügt über zwei slawische Burgwälle, von denen sich der südlich im Bereich der Stadt gelegene zum Burgward entwickelte. Die Erwähnung der "civitas Zuenkouua" 974 anlässlich der Schenkung von Kaiser Otto II. an das 968 neu gegründete Bistum Merseburg rückte den Ort in das Licht der Öffentlichkeit. Als Bischof Giselher aus dem Bistum Merseburg 981 Erzbischof von Magdeburg wurde, wurde das Bistum Merseburg zwar bis zu seinem Tod 1004 aufgehoben, doch mit der Wiederherstellung des Bistums Merseburg gewann auch die Burg mit Vorburgsiedlung frühstädtische Züge. Nachdem Zwenkau bereits 1195 das Marktrecht erhielt, befestigte man 1236 die Burg mit Gräben und errichtete steinerne Gebäude. Zwenkau avancierte zum Sitz eines bischöflichen Vogtes. Gleichzeitig erfolgte auch der Ausbau der Stadt.
In militärischen Auseinandersetzungen des 14. und 15. Jahrhunderts erlitten Burg und Stadt erhebliche Beschädigungen. Den Verwüstungen 1430 durch die Hussiten folgte 20 Jahre später die Zerstörung der Burg im Sächsischen Bruderkrieg. An ihrer Stelle errichtete Fürst Georg III. von Anhalt 1544 eine Dreiflügelanlage auf dem Schlossberg als Sitz einer bischöflichen Verwaltung. Mit der Reformation büßte dieser jedoch an Bedeutung ein und verfiel.
Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs kam Zwenkau mit dem Gebiet des Merseburger Hochstifts unter kursächsische Herrschaft. In Zwenkau bestand von 1562 bis 1837 zunächst ein kurfürstlich- und ab 1806 königlich-sächsisches Kammergut. In dieser Zeit (1712) brannte das Renaissanceschloss ab und wurde danach in vereinfachten Formen wieder neu aufgebaut. Zwischen 1823 und 1825 entstanden auch neue Gebäudeteile. Ab 1838 nutzte man das Schloss als Gerichtsgebäude und seit 1951 als Rathaus.
Der heutige mehrteilige Gebäudekomplex entstand durch einen Umbau zwischen 1900 und 1904, bei dem Teile des Gefangenenhauses abgerissen und durch ein neues Arrestgebäude ersetzt wurden. Darüber hinaus musste der alte Nordflügel einem größeren Neubau weichen. Zwischen dem zweigeschossigen Nordflügel und dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden älteren Südflügel fügte man einen Torturm mit Durchfahrt und spitzem Zeltdach ein. Sein sächsisches Wappen über der Tordurchfahrt weist auf die einstige Funktion des Bauwerkes als staatliches Gerichtsgebäude hin. Das deutlich vorspringende Torhaus betont somit in seiner markanten Gestaltung wirkungsvoll die Gebäudemitte und führt in der Ausprägung unterschiedlicher Gebäudeformen und Dächer zu einem malerischen Gesamtbild der Anlage. An der Nordseite überragt ein Risalit, ebenfalls durch ein Zeltdach gekrönt, das Hauptgebäude. Einfacher gestaltet ist hingegen der Südflügel mit Walmdach. Weitere umfangreiche bauliche Erneuerungen fanden zwischen 1991 und 2005 statt. Durch die mehrfachen Überbauungen sind die mittelalterlichen Gebäude heute nicht mehr nachweisbar. Dennoch gehört der Rathauskomplex in Kombination mit der Laurentiuskirche und dem ehemaligen Rathaus am Markt zu den stadtbildprägenden Baulichkeiten von Zwenkau und unterstreicht damit die regionalgeschichtliche Bedeutung des Ortes.
 
Bildergalerie
Schloss Zwenkau
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