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Beschreibung
Wer Dresden auf dem Weg in die Sächsische Schweiz über die B 6 verlässt, wird Gefallen an den drei sogenannten "Elbschlössern" am Loschwitzhang finden. Bereits um 1600 teilte Kurfürst Johann Georg II. den kurfürstlichen Besitz vor den Toren Dresdens in Teilgrundstücke auf und ließ die Hofangestellten Weinberge anlegen. Die Weinberge wurden mehrfach weiterverkauft und erweitert. So kam zwischen 1803 und 1811 auch der schottische Graf Findlater in den Besitz großer Teile der Weinberge, auf denen später die Elbschlösser - Schloss Albrechtsberg, Villa Stockhausen und Schloss Eckberg - entstanden.
Mit Schloss Albrechtsberg präsentiert sich im barocken Dresden ein Glanzstück der Schinkel-Schule. 1850 erwarb die Baronin von Stockhausen einen Teil des ehemaligen Findlaterschen Weinberges für den preußischen Prinzen Albrecht, der wegen seiner nicht standesgemäßen Heirat mit Rosalie von Rauch sein Heimatland verlassen musste. Prinz Albrecht, der Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I., ließ den spätklassizistischen Bau 1850-54 nach Plänen des preußischen Landbaumeisters Adolph Lohse errichten und die Parkanlage nach seinen Vorstellungen umgestalten.
Der 100-Zimmer-Bau aus Sandstein mit Mittelrisalit und zwei Ecktürmen steigt von der Elbe in drei Stufen 45 Meter an. Die wertvolle Innenausstattung, zu der auch das Türkische Bad von Karl Diebitsch zählt, ist weitgehend erhalten. Das Schloss dient heute als Kongress- und Kulturzentrum.
Östlich vom Schloss Albrechtsberg errichtete der gleiche Architekt für Baron von Stockhausen, Hofmarschall des preußischen Prinzen, die Villa Stockhausen. Die ebenfalls spätklassizistische Villa mit Säulenhallen zur Elbseite und Ecktürmchen am Eingang wird nach ihrem letzten privaten Besitzer, Karl August Lingner, auch Lingnerschloss genannt. Der Begründer des Hygienemuseums vermachte das Gebäude 1916 testamentarisch der Stadt Dresden mit der Vorgabe, es für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.
Nach 1945 war das Schloss ein Studentenwohnheim, bis 1957 der "Dresdner Klub", ein kritischer Treffpunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und anderen Persönlichkeiten, den u.a. Manfred von Ardenne mitinitiierte, einzog. Seit der Schließung des Klubs scheiterten alle Versuche, das Gebäude anderweitig zu nutzen.
Schloss Albrechtsberg und Villa Stockhausen sind durch einen Landschaftspark miteinander verbunden.
Das dritte Elbschloss, Schloss Eckberg, auch Villa Souchay genannt, errichtete 1859-61 der Semperschüler Christian Friedrich Arnold im Tudorstil nach dem Vorbild neugotischer englischer Landsitze aus gelblichem Sandstein für den Großhändler John Daniel Souchay.
1926 erwarb der Unternehmer Ottomar Heinsius von Mayenburg Schloss Eckberg. Der durch die Herstellung der Zahncreme "Chlorodont" zu Wohlstand gekommene Fabrikant ließ als großer Gartenfreund und Botaniker den Park seines Schlosses in einen prächtigen Blumengarten umgestalten, der in den Sommermonaten auch der Bevölkerung zugänglich war. Als gestalterische Elemente fügte er zahlreiche Plastiken hinzu.
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges zog die Sowjetische Militäradministratur in das Gebäude ein. Später diente es der Arbeiter- und Bauernfakultät als Bildungsstätte. Der Sanierung im Jahre 1985 folgte die Eröffnung als Hotel des DDR-Jugendreisebüros "Jugendtourist". Auch heute ist Schloss Eckberg dem Servicegedanken treu geblieben. In seinem Innern befindet sich ein Luxushotel.

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Bildergalerie
Schloss Albrechtsberg
Villa Stockhausen
Schloss Eckberg
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Stand: 01.11.2009