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Die Wettiner

Das Fürstenhaus der Wettiner gehört zu den ältesten deutschen Fürstengeschlechtern. Die Wettiner stellten Markgrafen, Kurfürsten und Könige und regierten das Gebiet des heutigen Sachsens, Teile Thüringens und der Lausitz für mehr als 800 Jahre.

Das Grafengeschlecht erhielt seinen Namen nach der Burg Wettin an der Saale. Ihre frühesten Vertreter können mit Dietrich und dessen Sohnes Dedo bis in die zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Seit dieser Zeit besaß das Grafengeschlecht größere Güter um Wettin, Zörbig, Brehna und Eilenburg, was um 1000 ihr Mittelpunkt werden sollte. Mit Heinrich I. von Eilenburg avancierte 1089 erstmals ein Wettiner zum Markgrafen von Meißen.
Die Wettiner gingen mit ihrer über 800jährigen Regierungszeit als das am längsten herrschende Fürstengeschlecht in die deutsche Geschichte ein. Im Laufe dieser langen Zeitspanne gab es viele hochbegabte aber auch weniger geeignete Fürsten, die das ihnen anvertraute Land leiteten.
Als Begründer der wettinischen Staaten gilt Markgraf Konrad, mit dessen Besitzergreifung 1123/24 die Entwicklung der wettinischen Landesherrschaft im meißnisch-sächsischen Raum begann. Als zweiter Sohn des Grafen Thimo von Wettin und Ida, der Tochter des Bayerischen Herzogs Otto von Northeim, und Vetter von Markgraf Heinrich I. wurde er 1098 geboren. Zusammen mit seinem älteren Bruder Dedo IV. besaß er den Burgwardbereich Wettin, wo er als edelfreier kleiner Feudalherr seine Jugend verbrachte. Sein Aufstieg zu einem der bedeutendsten Feudalherren begann, als 1123 Markgraf Heinrich II. von Eilenburg plötzlich mit kaum 20 Jahren verstarb. Konrad wurde 1125 durch Kaiser Heinrich V. und 1130 auch durch Kaiser Lothar mit der Markgrafschaft Meißen offiziell belehnt. 1127 erreichte er, dass die Markgrafenwürde den Wettinern als erblich zufiel. Zudem verband er durch seine erfolgreiche Heiratspolitik die beiden emporstrebenden Dynastien der Askanier und Wettiner.
Im Jahre 1423 erwarben die Wettiner nach dem Tod von Albrecht III. von Sachsen-Wittenberg aus dem Hause der Askanier den Wittenberger Kurkreis, damit die sächsische Kurwürde und stiegen in die Reihe der ranghöchsten Fürsten auf, denen das Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs zustand. Mit diesem Königstitel war traditionell auch die Anwartschaft auf das römisch-deutsche Kaisertum verbunden.
Wie auch unter anderen deutschen Häusern üblich, teilten die Wettiner regelmäßig ihre Besitzungen unter ihren Nachfahren auf, was häufig zu Spannungen führte. Als besonders folgenschwer sollte sich die sogenannte "Leipziger Teilung" von 1485 erweisen, nach der es mit dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen (mit den Hauptorten Wittenberg, Torgau und Weimar) sowie dem albertinischen Herzogtum Sachsen (mit den bedeutenden Städten Meißen und Leipzig) zwei von Wettinern beherrschte Staatsgebilde gab.
Während der im 16. Jahrhundert ausbrechenden Konfessionskämpfe bot der ernestinische Kurfürst Friedrich der Weise dem Reformator Martin Luther auf der Wartburg sicheres Asyl vor der Verfolgung durch Kaiser Karl V. Dadurch gerieten die Ernestiner jedoch in einen Gegensatz zu ihren albertinischen Vettern, die vorerst der kaiserlich-katholischen Seite die Treue hielten. In der Folge ging mit der Niederlage Kursachsens im Schmalkaldischen Krieg (1547) die Kurwürde an das bisherige Herzogtum über, das auch den größten Teil des Wittenberger Fürstentums annektierte. Die Ernestiner behielten lediglich noch kleinere Gebiete im heutigen Thüringen, die sich bald in zahlreiche noch kleinere Herrschaften aufsplitterten. Aus ihnen gingen später die Könige von Belgien (seit 1831) und Bulgarien (19081946) hervor. Die albertinische Linie regierte als Könige von Polen (16971763) und Sachsen (18061918).
Nachdem im 16. Jahrhundert der Landesausbau im Wesentlichen vollendet war, gab es kaum noch kriegerische Ausdehnungsbestrebungen. Bis zum Sturz der Monarchie im Jahre 1918 spielten die Wettiner in der sächsischen Landesgeschichte eine führende Rolle und prägten nachhaltig Wirtschaft, Kultur und Kunst.

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Burg Wettin
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