Historisches Sachsen
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Beschreibung
Der kleine Ort Weesenstein im engen Müglitztal wird von einem mächtigen Adelssitz überragt. Die ehemalige Wehranlage wurde um 1200 zum Schutz der alten Handelsstraße nach Böhmen erbaut und 1318 - zu jener Zeit im Besitz der Burggrafen von Dohna - erstmals urkundlich genannt. Doch die Dohnaischen Fehde 1402 brachte den Donins auch den Verlust dieser Burg.
1406 belehnte der Markgraf von Meißen Günther von Bünau für seine Verdienste mit der vakanten Herrschaft Weesenstein. Mehr als 360 Jahre prägten die im mitteldeutschen Raum ansässigen Bünaus den Weesensteiner Besitz und das Osterzgebirge als Grund-, Gerichts- und Bergherren. Das Wirken der Familie von Bünau über Generationen hat seine Spuren in der Architektur hinterlassen. Da die Bünaus Weesenstein als Wohnsitz wählten, bauten sie die ursprünglich wehrhafte, zwischenzeitlich aber militärisch bedeutungslose Anlage in den Jahren 1526-75 allmählich zu einem repräsentativen Schloss aus. Um 1600 hatte es bereits seine heutige Ausdehnung erreicht. Erst die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges veranlassten die Familie von Bünau zum Verkauf der Herrschaft.
Das Anwesen gelangte über Freifrau von Uckermann 1830 in den Besitz des Könighauses Sachsen und war 1838-73 bevorzugter Aufenthaltsort des "Dante-Übersetzers" König Johann.
Seit 1934 ist die Anlage als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Während des 2. Weltkrieges lagerte in den ehemaligen Burgräumen ein Teil der Dresdner Kunstschätze. Im Jahre 1947 öffnete das Museum dann erneut.
Schloss Weesenstein prägen Baustile von der Gotik bis zum Klassizismus. Der älteste Teil des Schlosses ist der um 1300 entstandene Rundturm mit der im 18. Jahrhundert aufgesetzten barocken Haube. Das wappengeschmückte Hauptportal, das zu den kostbarsten Werken der Renaissance in Sachsen gehört, trägt die Jahreszahl 1575. Da auf dem Felsplateau nicht alle Räumlichkeiten Platz fanden, baute man das Anwesen den Abhang hinab aus, so dass sich die jüngsten Teile der acht Etagen unten befinden. Deshalb liegt der ehemalige Pferdestall höher als die Wohngemächer und der barocke Festsaal. In den durch Treppen, Gänge und Korridore miteinander verbundenen Bauteilen fällt die Orientierung schwer.
Die Innenräume sind jedoch prächtig ausgestattet. Von den 200 Räumen des Schlosses sind 35 für die Besucher zugänglich. Hauptsehenswürdigkeiten des Schlosses sind die kostbaren Ledertapeten aus dem frühen 18. Jahrhundert und die reich stuckierte Decke im Festsaal.
Die Schlosskapelle (1738-41) entstand nach Plänen von Johann Georg Schmidt, der nach dem Tod von Georg Bähr die Frauenkirche in Dresden vollendet hatte. Die Innenausstattung, u.a. ein prächtiger Kanzelaltar, ist das Werk einheimischer Künstler und Handwerker: die hölzernen Altarfiguren schuf der Permoser-Schüler Benjamin Thomae, die Orgel der Silbermann-Schüler Johann Tobias Dressel.
Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ersetzten die Freiherren von Uckermann die hölzerne Brücke durch einen Steinbau. Sehenswert ist auch der 1781 von Johann Georg Schmidt im französischen Stil angelegte Schlosspark. Sein Zugang erfolgt an der Südseite der Schlossanlage durch den sogenannten Wintergarten mit einer klassizistischen Architektur.
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Bildergalerie
Schloss Weesenstein
Schloss Weesenstein
Eingangsbereich des Schlosses
Schlosspark
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Stand: 01.11.2009